Die poetische (!) 3000-Elo-Fernpartie …

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Partie 1:

Hilmar – John

 

6.8.2006 – 14.9.2007

 B17 = Caro-Kann Petrosjan-Smyslow-System: Variante 3. Sb1-c3 d5xe4 4. Sc3xe4 Sb8-d7

Wie das schwarze Spiel auch sei ... friedlich kommt ihm Weiß nicht bei!

 

 Gereimte Kommentierung pro Zug durch die beiden Spieler!

 

 

Hilmar: 1.e4! „Verzweiflung, doch dem Schwarzen schwant: das war von langer Hand geplant!“

John: 1…c6 „…b6 und d6 sehr geschwächt! Leichtfertig – ob sich das nicht rächt?!“

 

 

 

Hilmar: 2.d4 „In Zeitnot, somit nicht das Beste, doch spielbar noch mit weißer Weste!“

John: 2…d5 „Ein guter Zug ist das nun – well! Wie kamst Du drauf - und noch so schnell?!“

 

 

 

Hilmar: 3.Sd2 „Aha! Und nicht etwa c3 – doch nach dem Schlag bleibt’s einerlei!“

John: 3…e:d4 „Ich spielte Springer d2 selten – d schlägt e4 mag häufig gelten!“

 

 

Hilmar: 4.S:e4 „Petrosjan-Smyslow, das muss sein! – Na, fällt Dir jetzt noch etwas ein?!“

John: 4…Sd7 „Da ich nun von der Rolle bin, ist höchstens noch Geniales drin.“

 

 

Hilmar: 5.Sf3 „Zu König e2?! fehlt der Mut – Springer f3 ist später gut.“

John: 5…Sgf6 „Ich sehe schon, wer mich doch glatt … zu Ess-eff-6 genötigt hat.“

 

 

Hilmar: 6.S:f6+ „Nun her damit, nur her, nur her! - der schadet mir fortan nicht mehr!“

John: 6…S:f6 „Und jetzt sogar mit Schach geschlagen! Wie Springer bald in der Kiste lagen …!“

 

 

Hilmar: 7.c4!’Dreijahresplan’! (Ein Anagramm!) – ‚Informatiker laufen heiss’! (Ja, dann …!)

John: 7…Lg4 „Dein letzter Zug, oh, welch ein Prickeln! – lässt mich den Läufer nun entwickeln!“

 

 

Hilmar: 8.Le2 „Derweil ich einfach sonst nichts sehe – und nicht auf Fesselungen stehe!“ ;-)

John: 8…e6 „Zwar wirkt der Zug ein wenig müde – so ist er dennoch sehr solide!“

 

 

Hilmar: 9.0-0 „Ein frühes Matt? Das wär’ doch schade: drum macht der König die Rochade!“

John: 9…Ld6 „Und dies entwickelt die Figur. Ach, wär’ der Zug der beste nur!“

 

 

Hilmar: 10.h3 „Denn jede Reise (Laotse-fit?!) - beginnt mit einem ersten Schritt…!“

John: 10…L:f3 „Erst dieser Schreck, dann jener Schreck: denn, was mal weg ist, das ist weg!“

 

 

 

Hilmar: 11.L:f3 „Jetzt denke ich (und rate Dir!) …Läufer f3: – dann folgt von mir:“

John: 11…0-0 „Ich bin im Urlaub diese Woche – so dass auf Zeitspiel ich nun poche…

 

 

Hilmar: 12.Te1 „Ganz typisch: auf der Urlaubsroute – Du weißt nix mehr, wie ich vermute!“

John: 12…Te8 „Ha! Lachend reib’ ich mir den Bauch: Was Dein Turm kann, kann meiner auch…!“

 

 

Hilmar: 13.Db3 „Der König ruht auf festem Hügel, drum greif ich nun zum Damenflügel…“

John: 13…Tb8 „Nur, damit nun Deine Dame nicht am Damenflügel krame!“

 

 

Hilmar: 14.Le3 „Noch geb’ ich die Partie nicht auf, der Läufer schließt nun Tore auf.“

John: 14…Dc7 „Diagonal gefällt’s mir sehr: so setze ich mich nun zur Wehr.“

 

 

Hilmar: 15.g3 „Die Sache scheint noch nicht vorbei – drum spiel’ ich erst einmal g3!“

John: 15…c5 „Sollst Du nun nicht beliebig walten, dann muss ich klar dagegen halten.“

 

 

 Hilmar: 16.Tad1 „Ach schau, wie das Partiechen prickelt – der letzte Stein ist schon entwickelt!“

John: 16…a6 „Nun bin ich aber so verwegen - und zieh’ den Bauern Dir entgegen!“

 

 

Hilmar: 17.Dc3 „Oh, voller Umsicht, voller Tücke – zeigt meine Dame Mut zur Lücke!“

John: 17…e5 „Naja, ein Zug mit sehr viel Mut – doch hoffentlich ist er auch gut!“

 

 

Hilmar: 18.d:e5 „Ein Bäuerchen mit kurzem Leben – auch meinen wird’s bald nicht mehr geben!“

John: 18... L:e5 „Auch dieser Bauer muss nun weichen, das mag wohl knapp zum Ausgleich reichen?!“

 

 

Hilmar: 19.Da3 „Du führst mich nicht schon hinters Licht – nein, meine Dame kriegst Du nicht!“

John: 19...Tbc8 „Den Turm, den zieh' ich nach c8, der Bauer ist nun gut bewacht.“
 

 

Hilmar: 20.Kg2 „Da soweit alles bestens lief, wird auch der König selbst aktiv!“

John: 20...h6 „Dem Läufer schien g5 ein Segen, doch dem wirkt dieser Zug entgegen.“

 

 

 Hilmar: 21.Te2 „Entpuppt dereinst sich so als wahr, was zart erst schien und unscheinbar!“

John: 21…Te6 „Der schwarze Turm, dem weißen gleich, stellt sich dem Kampf ums Königreich!“

 

 

Hilmar: 22.b4 „Die Bauern kämpfen auch schon mit, am liebsten gleich im Doppelschritt!“

John: 22.c:b4 „…c schlägt b4, ich tausch’ den Bauern, reiß’ nieder Hilmars hehre Mauern!“

 

 

Hilmar: 23.D:b4 „Tauscht Bauern man und tauscht man Damen, so wird das Endspiel schließlich lahmen!“

John: 23…b6 „Schon steht der Gegner vor dem Tor, drum muss der Bauer nun eins vor.“

 

 

Hilmar: 24.Tb1 „Auch kleine Züge, hin und her, sie machen Schwarz das Leben schwer…“

John: 24…D:c4 „Die Dame, sie marschiert voran – und bietet sich zum Abtausch an.“

 

 

Hilmar: 25.D:c4 „Schon willst Du Dich ins Endspiel retten? Das wird jedoch nichts nützen – wetten?!“

John: 25…T:c4 „Was mach ich bloß, ich armer Tor – schon gibst Du Zug und Reim mir vor!“

 

 

 Hilmar: 26.L:b6 „Nun darfst Du wieder selber ziehen – und auch poetisch Funken sprühen!“

John: 26…Ld6 „Der Läufer gibt die Linie frei – zum Turmtausch auf der zweiten Reih'“

 

 

Hilmar: 27.Le3 „Nicht auf der sechsten, nicht der zweiten – nix da mit Turmtausch vorbereiten!“

John: 27…Lb4 „Der Zug gewinnt ein wenig Raum – ich hoff’, das ist kein Fiebertraum!“

 

 

Hilmar: 28.Tbb2 „Ein kleiner Schritt ist oft genug – der große kommt dann Zug um Zug!“

John: 28…a5 „Der Bauer deckt den Läufer nun – so kann der Turm jetzt anderes tun.

 

 

Hilmar: 29.Tec2 „Ein Turm, der Abtausch schon erwägt – ob ihn der andere auch schlägt?!“

John: 29…T:c2 „Ja, falls er das auch wirklich macht – hörst Du, wie schon der nächste lacht?!“

 

 

Hilmar: 30.T:c2 „Ich räche meinen Bruder gern – spiel’ ich doch wie vom andern Stern!“

John: 30…Td6 „Der Turm, der geht 'nen Schritt zur Seit', da steht er voll zum Kampf bereit.“

  

 

Hilmar: 31.Tc8+ „Sollt’ ich des Bruders auch beraubt sein – ein kleines Schach muss noch erlaubt sein!“

John: 31…Kh7 „Der King muss der Gewalt nun weichen, Flucht nach h7! (… wird das reichen?!)“

 

 

Hilmar: 32.h4 „Dein Rhythmus wurde angepasst – dazu wird Dein Monarch geschasst!“

John: 32…h5 „Das hält den Kerl in seinem Lauf – schon an der Mittellinie auf.“

 

 

Hilmar: 33.Tc7 „Noch kannst Du Deine Bauern decken – vermag ich mehr noch auszuhecken?!“

John: 33…Kg6 „Anstatt sich ängstlich einzukauern, zu Hilfe eilt er seinen Bauern.“

 

 

Hilmar: 34.Lf4 „Der Läufer ist kein armes Würmchen – jagt er doch nun Dein schwarzes Türmchen…“

John: 34…Te6 „Da kommt er her, da geht er hin, ergibt das wirklich einen Sinn?“

 

 

Hilmar: 35.Tb7 „Die Politik der kleinen Schritte – treibt mich zum Rand hin, Dich zur Mitte!“

John: 35… Sg4 „Der Springer schreitet jetzt zur Tat, zu teuer scheint wohl jeder Rat.“

 

 

 Hilmar: 36.Tb5 „Der Turm bleibt weiterhin aktiv – da alles wie am Schnürchen lief…“

John: 36… f5 „Ein Turmschach muss jetzt echt nicht sein, da lass' ich Dich erst gar nicht rein.“

 

 

Hilmar: 37.Lc7 „Sind schwarze Bauern nicht immun, muss auch der Läufer mal was tun!“

John: 37… Lc3 „Oje! Was soll ich denn nur machen? Das ist ja gar nicht mehr zum Lachen.“

 

 

Hilmar: 38.Ld1 „Nur scheinbar weiche ich zurück – und doch: am Ende winkt das Glück!“

John: 38… Tc6 „Mein Turm, der greift den Läufer an, ob man noch etwas machen kann? “

 

 

Hilmar: 39.Lb6 „Mag auch die Stellung knapp remis sein?! – OK, dann muss ich ein Genie ;-) sein!“

John: 39… Td6 „Tu' ich denn bloß im Trüben fischen?! Hab’ ich denn hier noch mitzumischen?“

 

 

Hilmar: 40.Lc2 „Der Schwarze klagt und zieht am Schluss … ja doch, was er halt ziehen muss!“

John: 40…Sh6 „Der Läufer greift den Bauern an – der Springer eilt zur Deckung ran.“

 

 

Hilmar: 41.a4 „Der Bauer, macht er auf den Weg sich?! – So, lieber John, nu’ aber reg’ Dich!“

John: 41…Td2 „Mein Turm, der wird sich wirklich regen: und schreitet vor auf neuen Wegen.“

 

 

Hilmar: 42.Lb1 „Subtil ist machtvoll, wie ich glaube… (von hinten durch die Brust ins Auge!)“

John: 42…Td1 „Mit diesem Turm mach' ich jetzt weiter, denn schau’: ich bin ein großer Fighter.“

 

 

Hilmar: 43.Lc7 „Auf jenem Feld war ich schon mal, doch nun erhöhe ich die Qual…“

John: 43… Lb4 „Mal schau’n, ob ich mich quälen lasse – oh, find’ ich noch was in der Kasse?!“

 

 

Hilmar: 44.La2 „Da magst Du noch so lange finden – die Chancen werden dennoch schwinden!“

John: 44… Td2 „Die andern Züge scheiden aus, vielleicht entsteht noch was daraus?!“

 

 

Hilmar: 45.Le6 „Fast dreht sich alles wie im Kreise – doch geht sie weiter, unsre Reise!“

John: 45…Kf6 „Der König greift nun wieder ein, der Fortschritt ist wohl eher klein.“

  

 

Hilmar: 46.Lc8 „Mein Läufer, der bewegt sich sehr – Dein König hetzt bloß hin und her…!“

John: 46…Ta2 „Im Angriff such ich mein Heil, vielleicht ist das mein Rettungsseil.“

 

 

Hilmar: 47.Le5+ „Und wie das Spiel auch enden mag – es heißt, dass es am Reimen lag…!“

John: 47…Kf7 „Die Auswahl ist nicht wirklich groß, drum weiche ich dem Schache bloß.“

 

 

Hilmar: 48.Tb7+ „Ein Seitenschach kann etwas nützen – mag Läufer nun den König schützen?!“

John: 48…Le7 „Das Reime finden ist nicht schwer, noch gute Züge finden sehr.“

 

 

Hilmar: 49.Ld6 „Der eine Läufer, er greift an – damit der andere schlagen kann…“

John: 49…Sg8 „So fällt mir, scheint es, nichts mehr ein: alleine dieser Zug muss sein!“

 

 

Hilmar: 50.L:f5 „Sieh an: der langen Mühe Lohn – der nächste Bauer ahnt es schon…!“

John: 50…Kf6 „Dies ist ein Doppelangriff zwar, doch ist der Gegenzug wohl klar?!“

 

 

Hilmar: 51.L:e7+ „Das Läuferpaar ist jetzt dahin – und doch macht dieser Zug nun Sinn!“

John: 51…S:e7 „Zu spät wohl fällt das Paar der Läufer, werd’ ich am Ende gar zum Säufer?!“

 

 

Hilmar: 52.Ld7 „Wie mühsam muss man Netze spinnen, will man am Ende hier gewinnen…“

John: 52…Sd5 „Im Zentrum ist der Springer stark: droht, Schach zu geben (ziemlich arg!)“

 

 

Hilmar: 53.Le8 „Ach, siegen ist doch furchtbar schwer – ein zweiter Bauer muss nun her!“

John: 53…Se3+ „Die Kavallerie, sie greift nun an - wobei ein Schach nie schaden kann!“

 

 

Hilmar: 54.Kf3 „Der Gegenangriff ist entfacht – stürzt schon der König in die Schlacht…“

John: 54…Sd1 „Mut der Verzweiflung: Ross und Reiter, sie stürmen jeweils wie kein Zweiter.“

 

 

Hilmar: 55.L:h5 „Der Läufer will den Gegner schwächen – jetzt gibt’s ein Hauen und ein Stechen.“

John: 55…T:f2+ „Wer liefert wen hier bald ans Messer? - Wer bietet Schach, wer steht hier besser?!“

 

 

Wie die Partie wohl enden mag?!

An welchen Fehlern es dann lag?!

 

Verlust, Gewinn - aus gleichem Humus

des Geistes, drum: "gens una sumus"!

                                                                           he, 23.7.2007

 

Hilmar: 56.Ke4 „Wie hurtig und mit leichtem Schritte – eilt der Monarch nun in die Mitte.“

John: 56…Tb2 „Um Schlimmeres nun zu vermeiden, werd' ohne Turm ich weiter leiden.“

 

 

Hilmar: 57.T:b2 „Um diese Leiden zu verkürzen, muss ich mich in den Abtausch stürzen.“

John: 57…S:b2 „Ins Schicksal muss ich mich nun fügen – sehr schlecht für mich, sonst müsst' ich lügen.“

 

 

Hilmar: 58.Le8 „Das Endspiel wär kein Zuckerschlecken, würd' ich das Bäuerlein nicht decken...“

John: 58…Sc4 „Den Bauern kann ich wohl nicht schlagen, so werd' ich nun was andres wagen.“

 

 

Hilmar: 59.Kd4 „Der König muss den Springer kitzeln - was hat der Schwarze noch zu witzeln?!“

John: 59…Sd2 „Die Stellung ist zwar nicht mehr heiter, und trotzdem mach' ich jetzt noch weiter.“

 

 

Hilmar: 60.Lc6 „Die Bäuerchen, die lieb’ ich sehr – die Felder aber noch viel mehr!“ (Hilmar)

John: 60… „Ich muss es mir nun eingestehen, es ist wohl besser, jetzt zu gehen.“ (Johannes)

 

Schluss-Stellung:

 

„Schwarz gibt auf! (and black resigns),

mit der Fortsetzung, so scheint's ...“

 

60...Ke7

 

 

61.Kc5 Sb3+

 

 

62.Kb6!

 

 

„Bauer a5?! Er fällt alsbald ...

zwei Mehrbauern, die entscheiden halt!“

 

* * *

 

Sechzig Züge, welch ein Spiel…

Hat Spaß gemacht – unglaublich viel!

Hat Zeit gekostet, Mann o Mann:

Weil John verdammt gut spielen kann!

 

Kam dieser Sieg zwar in den Topf noch,

seh’ ich’s mit Tränen doch im Knopfloch –

kann keine schwarzen Fehler sehen,

drum den Gewinn auch nicht verstehen…

 

So war es vielmehr irgendwie

Caissa’s Sieg der Poesie!

 

he, 14.9.2007

 

* * * * *

  Partie 2 !

 

 

© Dr. Hilmar Alquiros The Philippines 2002 ff.