ÿ © Dr. Hilmar Alquiros The Philippines 2002 ff. 

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Alexei Shirov (~2700) - Dr. Hilmar Alquiros* (~2100) [B12 / Caro-Kann]
Simultanvorstellung an 24 Brettern, "Thai Orchid" / Aachen, 4.7.2002

 

1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 Lf5 4.Sc3 Shirov möchte natürlich die scharfe Variante mit 5. g4! wählen ...

4…e6 5.g4 Lg6 6.Sge2 Lb4 weicht von der Hauptvariante 6…c5 ab, die Shirov sicher traumhaft tief kennt …

7.h4 Le4 auch h6 ist gut, aber Le4 gefällt dem Problemisten besser

8.Th3 h6 8...h5 9.Sg3 Lg6(!) 10.gh5: Lh7 ist ok, macht aber keinen Spaß; 9...hg4:?! 10.Dg4: Se7 11.Sg5 oder Se4: würde dem Angriffskünstler par Excellence wieder in die Hände spielen. Alexei überlegt nun 10, 12 Züge hintereinander "recht lange" (ca. 30-60 Sekunden statt die üblichen 5-10) ... (vgl. Foto am Schluss!).

9.Sg3 9.a3! Lxc3+ 10.Sxc3 Lh7 11.h5 Se7 12.Ld3 Lxd3 13.Dxd3 lässt sich spielen, laut Fritz-7 z.B. Sd7 14.f4 Db6 15.f5 c5 16.dxc5 Sxc5 17.Db5+ Dc6 18.Le3 mit annäherndem Gleichstand

9...Lh7 10.Ld3 Lxd3 11.Dxd3 Sd7 12.Ld2 Dc7?! objektiv mögen 12...Lf8 oder 2...Db6 besser sein, aber Schwarz plant bereits die lange Rochade und ...

13.Sh5 oder gleich 13.0-0-0

13...0–0–0! oder 13...Lf8, aber Schwarz spielte die lange Rochade in der Hoffnung auf 14.Sg7:? Se5:!! und Schwarz gleicht mühelos aus (15.Dg3! Lc3: 16.Lc3:  Sd7)

 

 

14.Kf1?! überraschend! 14.0-0-0 g6 oder 14.Se2! Lf8 waren objektiv nachhaltigere Wege; Alexei möchte aus allen Rohren schießen ...

14...g6! 15.Sf4 Se7?? übersieht den weißen Bauerngewinn!! Nach 15...Lf8! stünde Schwarz bereits besser (Fritz +0.47), z.B. 16.Te1 c5!; nun ist die Initiative wieder auf Weiß übergegangen, wenn auch der Bauernvorteil teilweise kompensiert wird, ein zwingender Vorteil noch nicht vorliegt.

16.Scxd5 Sxd5 17.Sxd5 exd5 18.Lxb4 c5(!) 19.La3 cxd4 Etwas besser war The8, Schwarz möchte aber die Damen tauschen und auf das Endspiel hoffen.

20.Ld6 Dc4(?) besser Db6(!), leider funktioniert 20...Se5: nicht! Nun ist Weiß deutlich im Vorteil.

21.Dxc4+ (21.b3!)

21...dxc4 22.Td1 The8 (22...f6 23.ef6: Sf6: 24.Td4: b5 25.Le5 Td4: 26.Ld4: Tf8 macht auch keinen Spaß)

23.f4 b5 24.Txd4 f6 25.Te3 fxe5 26.fxe5 Te6 27.a4 a6 28.axb5 axb5 29.Td5 alles richtig von beiden Seiten (wie auch Fritz bestätigt), aber Weiß steht halt besser.

29... Sf6! Schwarz möchte so lange wie möglich Schwierigkeiten machen und auf die Chance auf Ausgleich hoffen.

30.Tc5+ Kd7 31.Tc7+ Ke8 32.exf6? auf diese wesentliche Erleichterung hatte Schwarz gehofft (32...Td3:?? 33.f7 matt!) – stärker, aber im Simultan nicht so leicht zu sehen war Tf3!

 

 

 

32...Tdxd6!

33.Txe6+ (nachhaltigere Gewinnversuche verspricht 33.f7+ Kf8 34.Kf2 Te3: 35.Ke3: Td1! 36.Tc5  Th1!)

33...Txe6 Schwarz hat keine Mühe mehr, das Remis nachzuweisen!

34.f7+ Kf8 35.Kf2 Te4 (Ta6!! stellt das Remis sicher; natürlich nicht 35...Te7?? und Weiß gewinnt leicht).

36.Kf3 Td4 37.Tb7 Td2 38.Txb5  und Shirov bot Remis an! Zurecht, wie auch Fritz bestätigte:  38...Txc2 39.Tb7 Kg7 (auch 39...c3 oder 39...Th2), jedenfalls:

Schwarz hat sein Remis-Ziel erreicht: niemand in der Runde hatte gewinnen können - auch der FIDE-Meister am Nachbarbrett nicht, nur einige wenige Remis hatte der Weltspitzenspieler eingeräumt.

Für den Buchpreis „Fire on the Board“ samt persönlicher Erinnerungswidmung revanchierte ich mich mit meinen „100 Classics on the Chessboard“ und „Kombiniere ... Matt!“ – mit den noch geringsten Problemschachaspekten!

 

 

Die Schlussstellung aus schwarzer Sicht!

 

Anschließend, fast schon Mitternacht, gab es ein thailändisches 5-Gänge-Menü (zu seinem 30.Geburtstag heute!) mit zweistündigem persönlichem Gespräch (Alexei’s russisch gefärbtes Englisch ist ein gutes Training). Auch er hatte Psychologie studieren wollen, doch das frühe Profi-Schach ließ es nicht mehr zu ... Längst hatte Exweltmeister Michail Tal seinen Zauberlehrling persönlich trainiert!

 

 

Shirov grübelte einige Male ungewöhnlich lange ... http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=1044

 

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*"Klaus"

 

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